Der Klimawandel, der immer weiter voranschreitet, zwingt uns, unsere Art der Lebensmittelproduktion und ganz allgemein unseren Lebensstil zu überdenken. Weltweit sind viele Regionen, in denen Lebensmittel erzeugt werden, von Dürren oder Überschwemmungen betroffen – Ereignisse, die die Störungen in der globalen Lebensmittelversorgungskette noch verschärfen. Außerdem gehen die Vereinten Nationen (UNO) davon aus, dass die Weltbevölkerung bis 2080 auf 10,4 Milliarden Menschen anwachsen könnte. Die Menschheit muss also ein nachhaltiges oder sogar regeneratives Landwirtschaftsmodell finden.
Deshalb hat unsere Organisation Acarbio, die in Tramonti und an der Amalfiküste aktiv ist und sich für den Schutz der Natur und der lokalen Traditionen einsetzt, ein vom Programm Erasmus+ gefördertes Projekt namens Green Paths organisiert: einen zweiwöchigen Trainingskurs in Permakultur.
Bei diesem Abenteuer hat Acarbio mit ‘Cob.gr‘ zusammengearbeitet, einer griechischen Organisation mit großer Erfahrung in Permakultur, die ihre eigene Öko-Farm aufgebaut hat und dort in einer kleinen Gemeinschaft von 10 Personen lebt. Zwei Trainer:innen dieser Organisation waren vor Ort und haben die Aktivitäten während des gesamten Projekts geleitet. Die weiteren Partner, die gemeinsame Ziele im Bereich der nachhaltigen Entwicklung verfolgen, waren Zeleno Doba aus Serbien und Green School Village aus Bulgarien. Insgesamt waren vom 2. bis 15. Oktober 2023 22 Teilnehmer:innen aus Bulgarien, Italien, Serbien und Griechenland in Tramonti (Italien) zu Gast.
Permakultur ist eine regenerative Lebensweise. Im Mittelpunkt steht, Symbiosen zu schaffen und „Abfälle“ oder bisher ungenutzte Ressourcen zu verwenden, indem man sie in den natürlichen Kreislauf einbindet. Konkret heißt das zum Beispiel, das Wassermanagement so zu verbessern, dass das gesamte Regenwasser aufgefangen wird, Pflanzen anzubauen, die sich gegenseitig ergänzen, und einen Garten so effizient wie möglich anzulegen, mit kurzen Wegen zu den Werkzeugen, die man täglich braucht.
Permakultur betrifft aber nicht nur die Landwirtschaft. Sie umfasst auch soziale Aspekte, etwa die gerechte Verteilung von Ressourcen. Da der Klimawandel den ganzen Planeten betrifft, ist es wichtig, gemeinsam zu handeln und ihn kollektiv anzugehen.
Aber welche Aktivitäten wurden organisiert, um den Teilnehmer:innen all das zu vermitteln? Mit einer Mischung aus Theorie und Praxis hat der Trainingskurs den Teilnehmer:innen wichtige Werkzeuge an die Hand gegeben, um das Gelernte im eigenen Garten oder in künftigen Projekten anzuwenden. Im praktischen Teil wurden brauchbare Einrichtungen gebaut, etwa Steinöfen, Solaröfen oder Holzbarrieren im nahe gelegenen Kastanienwald – ausschließlich mit Materialien, die in der Umgebung zu finden waren.
Außerdem haben die Teilnehmer:innen gelernt, wie man Kulturen und Pflanzen am besten behandelt, und das Einpflanzen von Setzlingen in den Boden geübt.
Um auch den Boden zu verbessern, wurden verschiedene Arten von Kompost angelegt, zum Beispiel Wurmkompost aus bestimmten Regenwurmarten und Heißkompost, der durch hohe Temperaturen angeregt wird.
Das Projekt hat nicht nur Organisationen aus ganz Europa zusammengebracht, sondern auch lokale Organisationen einbezogen, die mit nachhaltigen Lebensstilen verbunden sind. So war auch die informelle Jugendgruppe „The Greeners Youth Club of Amalfi Coast“ dabei, um zu verstehen, warum Permakultur ein so wichtiger Baustein im Kampf gegen den Klimawandel ist. Mit ihrer Hilfe besuchten die Teilnehmer:innen traditionelle terrassierte Felder und erfuhren Wichtiges darüber, wie die Menschen vor Ort ihr Land bewirtschaften.
Die Bewohner:innen der wunderschönen Amalfiküste sind es gewohnt, mit natürlichen Schwierigkeiten umzugehen. Die Küste ist berühmt für ihre typischen steilen Felshänge, die früher nicht landwirtschaftlich genutzt werden konnten. Doch die Menschen haben sich an diese Bedingungen angepasst und die berühmten Terrassen angelegt, die heute auf der ganzen Welt bekannt sind. So ist es ihnen gelungen, das Gebiet für die Lebensmittelproduktion zu nutzen. Auch der Bau dieser Terrassen ist eine Form der Permakultur: Das Wasser verteilt sich gleichmäßig und hat genug Zeit, um vom Boden aufgenommen zu werden – so wird es so effizient wie möglich genutzt.
Permakultur schützt also die lokale Landschaft, erhöht die Biodiversität und bietet den Menschen vor Ort einen neuen Ansatz für Denken und Landwirtschaft. Während des Projekts haben sich die Teilnehmer:innen viel theoretisches und praktisches Wissen angeeignet, mit dem sie in einer intensiven Gruppenarbeitsphase an den letzten Tagen ihre eigenen Permakulturprojekte entwickeln konnten. Die Projekte beruhten auf realen Szenarien, mit Grundstücken, die die Teilnehmer:innen selbst vorgeschlagen hatten, und sollen in Zukunft umgesetzt werden. Außerdem haben sie ein Video-Tutorial erstellt, das sie in ihrer Arbeit als Jugendarbeiter:innen nutzen können.
Am Ende des Projekts sind die Teilnehmer:innen mit einem reichen Schatz an Wissen und Erfahrungen und einer neuen Familie nach Hause zurückgekehrt. Außerdem haben sie ein Zertifikat in Permakultur (PDC) erhalten.
ERGEBNISSE UND VERBREITUNG
Ergebnisse
Der Trainingskurs dauerte 12 volle Tage. In dieser Zeit konnten die Teilnehmer:innen – zusätzlich zu ihrer Arbeit mit Jugendlichen – Themen wie Veredelung, die Herstellung von Wurmkompost, Komposttee (die flüssige Variante des festen Düngers), das Wassermanagement in Kastanienwäldern im Gebirge, den Bau von DIY-Werkzeugen zum Vermessen von Berggrenzen, die Kompostiertechniken nach Teku Cana und vieles mehr kennenlernen und ausprobieren. Das Projekt Green Paths war daher besonders reich an Produkten, die von den Teilnehmer:innen geschaffen wurden.
- Padlet Green Paths: Während des Projekts wurde ein Padlet angelegt, https://padlet.com/rei1985/green-paths-m16159ft71xhd0ul. Es war entscheidend, um das Training zu organisieren und alle Ergebnisse zu sammeln.
- Skript: Einführung in die Prinzipien der Permakultur: https://www.acarbio.org/wpcontent/uploads/2023/12/GreenPaths%20textbook.pdf
- Interaktives Video-Tutorial: Dieses Tutorial ist auf einer E-Learning-Plattform verfügbar: https://e-rescue.eu/mod/hvp/view.php?id=203 (du kannst es auch als Gast aufrufen)
Nach all der Theorie und Praxis haben die Teilnehmer:innen den Kurs abgeschlossen, indem sie ihre eigenen Permakulturgärten entworfen und den Trainer:innen vorgestellt haben. Zum Abschluss der Ausbildung wurden die Teilnehmer:innen nämlich in 4 Gruppen aufgeteilt und haben an vier verschiedenen Permakulturprojekten gearbeitet, die sie anschließend den anderen Teilnehmer:innen und den Trainer:innen präsentierten. So ließ sich das gesamte erworbene Wissen anschaulich bewerten, und die Teilnehmer:innen haben sich voll ins Zeug gelegt, um die beste Idee und das beste Projekt für die verschiedenen Flächen vorzuschlagen. Als Grundlage für den Entwurf ihres Permakulturgartens dienten ihnen Aufnahmen ihrer eigenen Grundstücke.
Die Projekte kannst du dir hier ansehen:
Sara’s farm
Tara boombastic + 3D-Video
Chestnut forest
3S Symphonia
Hot compost
Verbreitung
Bei der großen Zahl an Aktivitäten haben die Teilnehmer:innen und die Koordinator:innen viele Inhalte für die sozialen Medien erstellt, um das Wissen über Permakultur weiterzugeben.
Außerdem hat der Partner Green School Village die Aufnahmen übernommen und alle Sessions aufgezeichnet.
Hier findest du die Links zu den Instagram- und Facebook-Posts auf den Seiten von Acarbio:
- https://www.instagram.com/p/Cx_cHqSrFbX/?igshid=NGEwZGU0MjU5Mw==
- https://www.instagram.com/p/CyJE3_usDBi/?igshid=ODhhZWM5NmIwOQ==
- https://www.instagram.com/p/Cx_cHqSrFbX/?igshid=ODhhZWM5NmIwOQ==
- https://www.instagram.com/p/CyTr2O6reA4/?igshid=ODhhZWM5NmIwOQ==
- https://www.instagram.com/p/CyyNWcBMvr8/?igshid=ODhhZWM5NmIwOQ==
- https://www.instagram.com/p/Cy2yP9usBNY/?igshid=ODhhZWM5NmIwOQ==
- https://www.instagram.com/p/CzCBcRWLJ0z/?igshid=ODhhZWM5NmIwOQ==
- https://www.instagram.com/p/CzD5yx8MuaE/?igshid=ODhhZWM5NmIwOQ==
- https://www.facebook.com/share/p/vsVwAjiJjxpT1tuu/
- https://www.facebook.com/share/p/eCu3XBfjRJgTxyPF/
- https://www.facebook.com/share/p/PsYWQPSZP8Djun4y/
- https://www.facebook.com/share/p/1kHB9J43PBLvom53/
- https://www.facebook.com/share/p/QPJsH4TUqRUpB1Km/
- https://www.facebook.com/share/p/75GPxKRemDGmRCmH/
– Auch der Partner Cob aus Griechenland hat Posts geteilt, um die Ergebnisse des Trainingskurses zu verbreiten und die Öffentlichkeit auf Instagram und Facebook zu sensibilisieren. Außerdem hat er die im Kurs entstandenen Permakulturprojekte und die Videos der Sessions von Christos Karystinos auf YouTube veröffentlicht.
- https://www.instagram.com/p/CzD5yx8MuaE/?igshid=ODhhZWM5NmIwOQ==
- communitylab.gr – A lab for community life / A community lab: From talking to social design – YouTube
- Sociocracy 3.0: Facilitating a Consent Decision Making – Permaculture Design Course by Community Lab – YouTube
- https://www.facebook.com/share/p/kpH58pmH6AQX1E36/
- https://drive.google.com/drive/u/1/folders/1hB66dzNYGbyaBTdKvk3_1Sn9ROsOWqvt
- https://www.youtube.com/watch?v=beXpo-8KU3Y
- https://www.youtube.com/watch?v=Sk_LFRe106M&t=152s
- https://www.youtube.com/watch?v=LaWSpXfSyf0
– „The Greeners“ haben auf YouTube ein Videointerview mit Christos Kontomanos geteilt, in dem er über seine Verbindung zur Permakultur und seine Gedanken dazu spricht:
















